Hyazinthe
Hyacinthus orientalis

Die Hyazinthe (Hyacinthus orientalis) ist eine Frühlingszwiebel, deren betörender Duft in Gärten und auf Fensterbänken die schöne Jahreszeit ankündigt. Ihre dichten Blütenähren aus eng gedrängten Glöckchen in Blau, Rosa, Weiß, Violett oder Gelb zählen zu den unverkennbarsten Frühlingsblühern. Man pflanzt sie im Herbst ins Freiland für eine Blüte in der Mitte des Frühlings, treibt sie aber ebenso gern im Topf im Haus vor, sodass sie mitten im Winter blüht.
Standort und Licht
Die Hyazinthe mag volle Sonne oder leichten Halbschatten. Ein Platz, der im zeitigen Frühjahr Sonne abbekommt, bevor benachbarte Bäume und Sträucher Laub tragen, passt ihr hervorragend: unter einem Laubbaum, entlang einer Hecke oder am Fuß einer Mauer, die Mittags- und Nachmittagssonne einfängt.
Für das Treiben im Topf stellt man die Zwiebel zunächst mehrere Wochen kühl und dunkel, um sie dann, sobald die Triebe erscheinen, schrittweise ans Licht zu gewöhnen. Ein zu plötzlicher Lichtwechsel führt zu blassen, weichen Stängeln, die nicht aufrecht stehen.
Gießen
Einmal im Herbst ins Freiland gepflanzt, kommt die Hyazinthe mit dem natürlichen Regen meist völlig aus und braucht vor dem Frühjahr kein gesondertes Gießen. Nur bei einem außergewöhnlich trockenen Herbst gießt man beim Pflanzen etwas, um die Wurzelbildung zu fördern.
Im Topf hält man das Substrat leicht feucht, ohne es zu durchnässen, und leert den Untersetzer nach dem Gießen immer aus. Beim Treiben im Haus ist zu viel Wasser im Zwiebelstadium mit Abstand die häufigste Ursache für Fäulnis, viel häufiger als zu wenig Wasser.
Boden und Umtopfen
Die Hyazinthe möchte einen leichten, gut durchlässigen Boden, keinen zu nährstoffreichen. Normaler Gartenboden, auf schweren Lehmböden mit etwas Sand oder feinem Kies aufgelockert, eignet sich sehr gut.
Die Drainage ist der Punkt, an dem es nichts zu verhandeln gibt: Ein Boden, der die ganze kalte Jahreszeit über nass steht, lässt die Zwiebel faulen, noch bevor sie überhaupt Wurzeln bilden konnte. Im Topf verwendet man Blumenzwiebelerde oder eine Mischung aus Erde und Sand, mit einem Abzugsloch im Topfboden als absolutem Muss.
Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Die Hyazinthe ist in Klimaten mit ausgeprägtem Winter völlig winterhart und übersteht Fröste im Freiland ohne Probleme, die Kälte ist sogar notwendig, sie löst den Prozess aus, der zur Blüte im Frühjahr führt.
Beim Treiben im Topf muss dieses Kältebedürfnis künstlich nachgebildet werden: Die vorbereitete Zwiebel verbringt sechs bis zehn Wochen kühl und dunkel bei 5 bis 9 Grad, etwa im Keller, in einer unbeheizten Garage oder im Gemüsefach des Kühlschranks, bevor sie schrittweise auf Zimmertemperatur gebracht wird, um zu blühen.
Schnitt und Pflege
Nach der Blüte schneidet man nur den verwelkten Blütenstiel bis auf Blatthöhe ab, damit die Pflanze keine Energie in die Samenbildung steckt. Die Blätter lässt man zu diesem Zeitpunkt unangetastet.
Man lässt das Laub vollständig von selbst vergilben und einziehen, was in der Regel sechs bis acht Wochen nach der Blüte dauert. In dieser Zeit baut die Zwiebel ihre Reserven für das nächste Jahr wieder auf, wer die Blätter zu früh abschneidet, schwächt die künftige Blüte dauerhaft.
Krankheiten und Schädlinge
Zwiebelfäule, ob bakteriell oder pilzlich bedingt, ist das Hauptproblem der Hyazinthe und betrifft fast immer Zwiebeln, die in zu feuchtem oder schlecht durchlässigem Boden stecken. Eine Zwiebel, die beim Pflanzen weich, übelriechend oder braun verfärbt ist, sollte man ohne Zögern aussortieren.
In gut durchlässigem Boden bleibt die Hyazinthe eine robuste, wenig krankheitsanfällige Pflanze. Schnecken machen sich gelegentlich über die jungen Triebe her, die Ende Winter aus dem Boden kommen, ein kleines Ärgernis im Vergleich zum Fäulnisrisiko.
Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt fast ausschließlich über Brutzwiebeln, jene kleinen Nebenzwiebeln, die sich im Lauf der Jahre auf natürliche Weise um die Mutterzwiebel bilden. Man löst sie beim sommerlichen Ausgraben ab und pflanzt sie sofort wieder ein, wobei es meist zwei bis drei Jahre dauert, bis auch sie blühen.
Die Aussaat ist möglich, bleibt für Hobbygärtner aber eher eine Kuriosität: Bis zur ersten Blüte braucht es fünf bis sechs Jahre Geduld, und die Sämlinge entsprechen nicht immer der Ausgangssorte. Es lohnt sich mehr, die Mühe in die Teilung gut eingewachsener Horste zu stecken.
Giftigkeit
Die ganze Pflanze ist giftig, vor allem die Zwiebel. Beim Verzehr verursacht sie Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) bei Menschen ebenso wie bei Hunden und Katzen. Der Pflanzensaft enthält Calciumoxalat-Kristalle, die die Haut reizen und Juckreiz oder eine Kontaktdermatitis auslösen können, besonders wenn man die Zwiebeln beim Pflanzen oder Treiben mit bloßen Händen anfasst. Tragen Sie beim Umgang mit den Zwiebeln immer Handschuhe und halten Sie sie von Kindern und Haustieren fern.
Klima und Winterhärte
Wo und in welchem Klima sie gedeiht
Die Hyazinthe stammt aus den Hügeln des Vorderen Orients: Sie braucht einen richtig kalten Winter und einen trockenen Sommer. Im Freiland gilt die Zwiebel für die USDA-Zonen 4 bis 8; etwa zehn Zentimeter tief gesetzt übersteht sie weit härtere Winter, als ihr Ursprungsgebiet ihr je zumutet. Über die Blüte entscheidet die Kälte, nicht das Licht: Ohne eine lange Phase unter 9 Grad, in der Größenordnung von zehn bis vierzehn Wochen, schiebt die Zwiebel nur eine kümmerliche Blütenähre, wenn überhaupt.
Wohl fühlt sie sich in gemäßigten Klimaten mit ausgeprägtem Winter, ozeanisch wie kontinental, und im Mittelmeerklima, wo der trockene Sommer genau ihrer natürlichen Ruhezeit entspricht. Wo die Winter mild bleiben, ab Zone 9, blüht sie von allein nicht wieder: Man kauft vorbereitete Zwiebeln oder gibt ihnen sechs bis zehn Wochen bei 5 bis 9 Grad im Gemüsefach des Kühlschranks und behandelt sie als einjährig. Schwer tut sie sich auch dort, wo der Sommer heiß und regnerisch ist, weil die Zwiebel in der Ruhezeit fault: Dann nimmt man sie nach dem Vergilben des Laubs aus der Erde und lagert sie trocken bis zur nächsten Pflanzung.
Was sich je nach Klima am Vorgehen ändert: Pflanzen Sie, sobald der Boden auf etwa 13 Grad abgekühlt ist und noch sechs bis acht Wochen bleiben, bevor der Frost ihn verschließt, etwa doppelt so tief wie die Zwiebel hoch ist, auf leichtem Boden etwas tiefer. Bei mildem, nassem Winter entscheidet die Drainage alles, nicht die Kälte. In Topf oder Balkonkasten friert das Substrat weit schneller durch als der offene Boden: Stellen Sie das Gefäß lieber frostfrei als warm, denn eine Hyazinthe, die zu früh Wärme bekommt, blüht nur kurz, auf einer weichen Ähre, die umkippt.
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Meine Pflanze identifizierenPflegekalender Monat für Monat
| Januar | Im Herbst getriebene Zwiebeln beginnen mitten im Winter im Haus zu blühen. Im Freiland gibt es nichts zu tun, die gepflanzten Zwiebeln warten unter der Erde. |
|---|---|
| Februar | Triebe von im Herbst gepflanzten Hyazinthen durchbrechen bei mildem Wetter manchmal schon den Boden. Bei drohendem starkem Spätfrost mit Vlies schützen, wenn Triebe zu früh erschienen sind. |
| März | Das Laub entwickelt sich im Freiland rasch. Letztes Zeitfenster für die Pflanzung später Zwiebeln, wobei die Blüte dann später und schwächer ausfällt. |
| April | Der große Blühmonat im Freiland. Die duftenden Blütenähren öffnen sich, oft gleichzeitig mit den frühen Tulpen. |
| Mai | Die Blüte endet. Nur den verwelkten Blütenstiel abschneiden und das Laub stehen lassen, es lädt die Zwiebel noch weiter auf. |
| Juni | Das Laub vergilbt und legt sich nach und nach um. Erst schneiden, wenn es vollständig verwelkt und trocken ist. |
| Juli | Das Laub ist vollständig eingezogen. Zwiebeln aus Beeten, die neu bepflanzt werden sollen, können jetzt ausgegraben, gesäubert und kühl und trocken bis zum Herbst gelagert werden. |
| August | Ruhezeit für die Zwiebeln im Boden. Zeit, Treibzwiebeln zu kaufen und mit der kühlen, dunklen Vorbereitung zu beginnen. |
| September | Die kühle Vorbereitung der Treibzwiebeln fortsetzen, sechs bis zehn Wochen vor dem gewünschten Blühtermin. Pflanzstellen im Freiland vorbereiten. |
| Oktober | Der große Pflanzmonat im Freiland, zehn Zentimeter tief in durchlässigem Boden. Erste Treibtöpfe können vom kühlen Lager ans Licht wandern, für eine Blüte zu Weihnachten. |
| November | Solange der Boden nicht gefroren ist, weiter im Freiland pflanzen. Neue Treibtöpfe ans Licht stellen, um die Blüte von Januar bis März zu staffeln. |
| Dezember | Die ersten im Oktober getriebenen Zwiebeln blühen pünktlich zu den Feiertagen. Die restlichen Töpfe nach und nach aus der Kälte ans Licht holen. |
Die Tipps von Green Hub
- Beim Umgang mit den Zwiebeln immer Handschuhe tragen, ob beim Pflanzen oder beim Treiben: Der Pflanzensaft enthält reizende Kristalle, die bei vielen Menschen Juckreiz auslösen.
- In durchlässigem Boden pflanzen oder Sand in das Pflanzloch geben: Eine Hyazinthenzwiebel, die den ganzen Winter im Wasser steht, fault fast immer.
- Für eine Blüte zu Weihnachten rechnet man mit rund zehn Wochen Kälte und Dunkelheit für die Zwiebel, bevor sie ans Licht kommt: Wer früh vorbereitet, erntet früh Blüten.
- Das Laub nach der Blüte immer vollständig einziehen lassen, bevor man es abschneidet: Es baut die Reserven der Zwiebel für das nächste Jahr wieder auf.
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Aktualisiert am
Wie dieses Profil entsteht
Für Green Hub mit Hilfe von Sprachmodellen geschrieben und danach geprüft. Es gibt Anhaltspunkte zum Gärtnern, keine fachliche Beratung: bei Zweifeln, ob eine Pflanze für ein Kind oder ein Tier giftig ist, frage eine Tierärztin, einen Arzt oder die Giftnotrufzentrale.