Petunie

Petunia

AußenbereichFamilie: Solanaceae (Solanacées)Schwierigkeit: Einfach

Die Petunie (Gattung Petunia), im Handel oft als Surfinia für die hängenden Sorten bekannt, ist im belgischen Sommer die unangefochtene Königin von Blumenkästen und Ampeln. Sie stammt aus Südamerika, kennt unsere Winter also gar nicht und wird bei uns ausschließlich einjährig kultiviert. Einmal gepflanzt, sobald keine Frostgefahr mehr besteht, blüht sie ununterbrochen von Mai bis zu den ersten Herbstfrösten, solange sie reichlich Sonne, Wasser und Dünger bekommt.

Standort und Licht

Petunien wollen Sonne, viel Sonne. Geben Sie ihnen den sonnigsten Platz auf Balkon oder Terrasse, nach Möglichkeit nach Süden ausgerichtet, mit mindestens sechs Stunden direktem Licht am Tag. Im Schatten oder auch nur im Halbschatten vergeilen sie, blühen kaum und wirken schnell kümmerlich.

Das gilt für klassische Petunien im Kasten genauso wie für Surfinien in der Ampel. Ein Platz, der windgeschützt wirkt, kann trügerisch sein, wenn er zu wenig Licht bietet, denn das zahlt die Pflanze mit weniger Blüten. Wind selbst macht der Petunie nichts aus, anders als Platzregen, der die Blüten regelrecht zerschlägt.

Gießen

Im Topf oder in der Ampel bekommt die Petunie an warmen Tagen richtig Durst. Das Erdvolumen ist gering, die Wurzeln erwärmen sich schnell, und die Pflanze verdunstet über ihre vielen Blüten und das dichte Laub enorm viel Wasser. Im Hochsommer ist tägliches Gießen normal, bei einer vollsonnigen Ampel manchmal sogar zweimal am Tag.

Gießen Sie am Wurzelbereich, ohne die Blüten zu benetzen, denn stehende Nässe mögen sie gar nicht und werden schnell braun. Eine Petunie, die am Abend welk hängt, braucht sofort Wasser, nicht erst am nächsten Tag: Trockenheit rächt sich bei dieser Pflanze prompt, mit abfallenden Knospen und spürbar weniger Blüten.

Boden und Umtopfen

Ein nahrhaftes, gut durchlässiges Substrat eignet sich hervorragend, egal ob im Beet, im Kasten oder in der Ampel. Eine gute Blühpflanzenerde, für Ampeln ruhig mit etwas Perlite aufgelockert, liefert die besten Ergebnisse.

Die Petunie ist ein echter Vielfraß, was Dünger angeht. Im Topf sind die Nährstoffreserven der Erde schon nach wenigen Wochen aufgebraucht, so schnell wächst und blüht die Pflanze. Ein Flüssigdünger für Blühpflanzen alle ein bis zwei Wochen während der gesamten Saison verhindert vergilbtes Laub und hält die Blüte bis in den Herbst hinein üppig.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Die Petunie verträgt keinen Frost und verzeiht keine einzige Nacht unter null Grad. In unserem Klima gilt sie das ganze Jahr über als frostempfindlich: Sie wird als Einjährige kultiviert, ins Beet oder in Gefäße gepflanzt, sobald keine Frostgefahr mehr besteht, und verschwindet mit der ersten Herbstkälte wieder.

In Belgien sollte man Petunien nie vor Mitte Mai auspflanzen, der Zeit der Eisheiligen. Ein milder April oder ein sanfter Mai-Beginn garantiert gar nichts: Ein Spätfrost kann noch zuschlagen und zu früh gekaufte Pflanzen aus dem Gartencenter über Nacht vernichten.

Schnitt und Pflege

Klassische Petunien mit großen einfachen oder gefüllten Blüten brauchen regelmäßiges Ausputzen verwelkter Blüten und ein Zurückschneiden der Triebe, die zu sehr in die Länge schießen. Diese wiederkehrende Pflege regt die Verzweigung an und verlängert die Blüte deutlich über den ganzen Sommer.

Viele Surfinien und moderne Sorten gelten heute als selbstreinigend: Die verwelkten Blüten fallen von selbst ab, ohne Samen anzusetzen oder zu faulen. Sie brauchen weniger Pflege, aber jede Petunie, ob klassisch oder Surfinia, die im Laufe des Sommers ausgezehrt und sparrig wird, verträgt einen beherzten Rückschnitt um ein gutes Drittel: Sie treibt innerhalb weniger Wochen wieder aus und blüht danach dichter als zuvor.

Krankheiten und Schädlinge

In unseren feuchten Sommern lauern Grauschimmel (Botrytis) und verschiedene Blattflecken auf die Petunie, besonders wenn das Laub lange nass bleibt oder die Pflanzen zu dicht stehen und die Luft schlecht zirkuliert. Stellen Sie die Gefäße mit Abstand zueinander, gießen Sie nie über das Laub und entfernen Sie beschädigte Blüten und Blätter sofort.

Blattläuse setzen sich gerne an jungen Trieben und Knospen fest, vor allem im Frühjahr. Eine Chlorose, erkennbar an der Vergilbung zwischen den Blattadern, weist fast immer auf einen Nährstoffmangel hin und nicht auf eine echte Krankheit: Eine passende Düngergabe behebt das Problem innerhalb weniger Tage.

Vermehrung

Die Aussaat erfolgt drinnen, im Warmen, ab Januar oder Februar, um bereits im Mai blühende Pflanzen zu haben. Petuniensamen sind winzig und brauchen Licht zum Keimen: Sie werden nur auf feuchte, feine Erde gestreut und nicht bedeckt. Die Keimung dauert ein bis zwei Wochen bei 20 bis 25 Grad.

Stecklinge funktionieren ebenfalls gut, ausgehend von einer bereits vorhandenen Pflanze: Schneiden Sie eine zehn Zentimeter lange, blütenlose Triebspitze ab, entfernen Sie die unteren Blätter und stecken Sie den Trieb direkt in einen kleinen Topf mit leichter, feuchter Erde unter einer Haube. Wichtig zu wissen: Viele Surfinien aus dem Handel sind geschützte Sorten, deren Vermehrung ausschließlich dem Züchter vorbehalten ist.

Der lokale Tipp

In Belgien (Klima von Herve, Zone 8a)

In der Region Herve, Zone 8a, ist die Petunie ausgesprochen frostempfindlich: Bei uns wird sie ausschließlich einjährig kultiviert, niemals als Staude. Sie kommt erst nach den Eisheiligen, etwa ab Mitte Mai, ins Freie, ob ins Beet, in den Kasten oder in die Ampel, sobald keine Gefahr eines Nachtfrosts mehr besteht.

Einmal gepflanzt, wird die Petunie zur wahren Königin von Balkon und Terrasse für den ganzen Sommer, an einem vollsonnigen Platz für eine üppige, durchgehende Blüte bis zu den ersten Herbstfrösten. Unsere belgischen Sommer, oft feucht und wechselhaft, begünstigen Blattkrankheiten wie den Grauschimmel: Es lohnt sich, die Gefäße nach einer Regenperiode zu kontrollieren und faulende Teile sofort zu entfernen.

Ziehst du petunie?

Green Hub speichert den datierten Verlauf deiner eigenen Pflanze: ihre Fotos, ihre Entwicklung, ihr Umtopfen. Eine KI antwortet gezielt zu deiner Pflanze, nicht zu einem generischen Blatt, kostenlos.

Meine Pflanze identifizieren

Pflegekalender Monat für Monat

JanuarDraußen gibt es nichts zu tun. Wer früh blühende Pflanzen möchte, sät jetzt drinnen unter guter Beleuchtung und im Warmen.
FebruarWeitere Aussaat drinnen, sofern Platz und ausreichend Licht vorhanden sind. Sonst einfach Geduld: Ab April gibt es Jungpflanzen im Gartencenter.
MärzLetzte Gelegenheit für die eigene Aussaat. Die jungen Sämlinge brauchen viel Licht, um nicht zu vergeilen, ein heller Wintergarten oder ein Fensterbrett eignet sich gut.
AprilDie Sämlinge werden in einzelne Töpfe pikiert. Erste Jungpflanzen sind im Gartencenter erhältlich, aber halten Sie sie noch geschützt, es friert noch regelmäßig.
MaiWarten Sie Mitte Mai und die Eisheiligen ab, bevor Sie draußen pflanzen. Sobald keine Frostgefahr mehr besteht, kommen Kästen und Ampeln an einen vollsonnigen Platz.
JuniVolles Wachstum. Regelmäßig gießen, wöchentlich düngen und bei nicht selbstreinigenden Sorten die verwelkten Blüten entfernen.
JuliDie Blüte ist auf ihrem Höhepunkt. Bei großer Hitze kann tägliches Gießen nötig werden, bei Ampeln sogar zweimal täglich. Weiter düngen.
AugustEine ausgezehrte oder sparrige Kübelpflanze verträgt einen Rückschnitt um ein gutes Drittel und treibt binnen drei Wochen wieder dicht durch. Nach Gewittern auf Grauschimmel achten.
SeptemberDie Blüte geht weiter, solange es nicht friert. Die Düngergaben zum Herbst hin allmählich reduzieren.
OktoberDie ersten Fröste beenden die Saison. Verblühte Pflanzen entfernen und Gefäße leeren.
NovemberDie Petunie ist einjährig und treibt im nächsten Jahr nicht wieder aus. Töpfe und Ampeln reinigen und einlagern.
DezemberVollständige Ruhepause. In den Katalogen nach Farben und Sorten für die nächste Saison stöbern.

Die Tipps von Green Hub

  • Pflanzen Sie Petunien in Belgien nie vor Mitte Mai aus: Ein milder April ist eine Falle, die Eisheiligen bringen oft noch einen letzten Spätfrost.
  • Gießen und düngen Sie Kasten- und Ampelpetunien den ganzen Sommer über großzügig: Eine hungrige oder durstige Petunie vergilbt und stellt die Blüte sofort ein.
  • Putzen Sie bei klassischen Sorten regelmäßig die verwelkten Blüten aus, oder wählen Sie gleich eine selbstreinigende Surfinia, wenn Sie weniger Pflegeaufwand wollen.
  • Schützen Sie Kästen und Ampeln etwas bei Gewittern: Platzregen beschädigt die Blüten der Petunie innerhalb weniger Stunden.