Kapuzinerkresse
Tropaeolum majus
Die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) ist eine einjährige Pflanze aus den Anden Perus und Kolumbiens, die sich in belgischen Gärten und Gemüsebeeten als nahezu unverwüstlich erwiesen hat. Sie gehört zu den wenigen Pflanzen, die geradezu aufblühen, wenn man sie vernachlässigt: Mitte Mai direkt in mageren Boden gesät, ohne jeden Dünger, breitet sie sich rasch mit ihren runden Blättern und orangen, roten oder gelben Blüten aus, bis die ersten Fröste kommen. Ob rankend an einem Gitter oder überhängend aus einem Blumenkasten, im Gemüsebeet leistet sie zudem gute Dienste, indem sie schwarze Blattläuse von Puffbohnen und Kohl fernhält.
Standort und Licht
Die Kapuzinerkresse braucht volle Sonne, mindestens sechs Stunden am Tag. Nur in der prallen Sonne blüht sie am üppigsten, und ihre Farben, kräftiges Orange, dunkles Rot oder Gelb, bleiben am reinsten. Im Halbschatten wächst sie zwar noch, steckt ihre Energie dann aber vor allem ins Blattwerk und kaum in Blüten.
Sie kommt fast überall zurecht, ein Kübel auf der Südterrasse, der Fuß eines Rankgitters, ein Balkonkasten oder ein trockener Hang im Garten, wo sonst wenig gedeiht. Gerade in mageren, sonnenverwöhnten Ecken zeigt sie sich von ihrer besten Seite.
Gießen
Einmal angewachsen, kommt die Kapuzinerkresse gut mit Trockenheit zurecht und mag keine Staunässe. Nach der Aussaat mäßig gießen, um die Keimung zu unterstützen, danach die Wassergaben strecken: Boden, der zwischen den Gießgängen etwas antrocknet, bringt die Pflanze eher zum Blühen als zum Wuchern.
In Topf oder Blumenkasten trocknet das Substrat im Hochsommer schneller aus und braucht etwas mehr Aufmerksamkeit, doch auch hier gilt, lieber zu wenig als zu viel. Zu viel Wasser in Kombination mit nährstoffreichem Boden ist genau die Mischung, die eine Kapuzinerkresse voller Blätter und ohne Blüten hervorbringt.
Boden und Umtopfen
Das überrascht die meisten: Die Kapuzinerkresse bevorzugt mageren, gut durchlässigen Boden gegenüber fettem Gartenboden. Zu nährstoffreicher, stickstoffbetonter Boden treibt die Pflanze zu üppigem Blattwerk auf Kosten der Blüten. Düngen Sie eine Kapuzinerkresse niemals, auch nicht im Topf: kein Dünger, kein frischer Kompost, höchstens etwas gewöhnliche Blumenerde bei der Aussaat.
Eine sandige, steinige oder schlicht magere Ecke im Garten, dort, wo sonst kaum etwas wachsen will, ist oft der ideale Platz. Sie ist eine der wenigen Blühpflanzen im belgischen Garten, die in der Kargheit besser gedeiht als im Komfort.
Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Die Kapuzinerkresse ist in jedem Stadium frostempfindlich. Die Samen keimen erst ab etwa zwölf bis fünfzehn Grad, und schon ein leichter Frost lässt das Laub über Nacht schwarz werden und beendet die Blüte schlagartig.
In Belgien wird frühestens Mitte Mai gesät oder gepflanzt, wenn die Eisheiligen vorüber sind. Danach wächst die Pflanze den ganzen Sommer über problemlos, selbst bei großer Hitze, und blüht bis zu den ersten Frösten im Oktober oder November, die der Saison jedes Jahr ein abruptes Ende setzen.
Schnitt und Pflege
Die Kapuzinerkresse braucht keinen Formschnitt, aber zwei einfache Handgriffe verlängern die Blütezeit deutlich. Verblühtes laufend entfernen: Die Pflanze steckt ihre Energie dann nicht in die Samenbildung, sondern bringt weiter neue Blüten hervor.
Bei rankenden Sorten die Triebspitzen junger Pflanzen ausknipsen, damit sie sich verzweigen und ein Gitter oder Rankgeflecht dichter bedecken. Bei überhängenden Sorten im Blumenkasten lässt man sie dagegen frei wachsen, genau dieser lockere Wuchs macht ihren Reiz aus.
Krankheiten und Schädlinge
Die schwarze Blattlaus ist der treueste Besucher der Kapuzinerkresse, und das ist größtenteils gewollt: Die Pflanze wird im Gemüsebeet gezielt als Fangpflanze eingesetzt, in der Nähe von Puffbohnen oder Kohl, um die Läuse von der eigentlichen Kultur abzulenken. Eine Kapuzinerkresse voller schwarzer Läuse erfüllt also ihren Zweck, solange der Befall sie nicht zu sehr schwächt; andernfalls genügt ein kräftiger Wasserstrahl oder das Zurückschneiden der am stärksten befallenen Triebe, um sie wieder in Schwung zu bringen.
Die Raupe des Kohlweißlings durchlöchert manchmal die runden Blätter, besonders im Sommer in der Nähe eines Kohlbeets. Abgesehen von diesen beiden Besuchern ist die Kapuzinerkresse eine robuste Pflanze, die von den üblichen Pilzkrankheiten im Garten kaum betroffen ist.
Vermehrung
Die Direktsaat ist mit Abstand die einfachste Methode und zugleich die, die der Pflanze am meisten zusagt. Die großen runden Samen Mitte Mai direkt in den Boden säen, etwa zwei Zentimeter tief, in Nestern von zwei bis drei Samen mit rund zwanzig Zentimetern Abstand. Die Keimung dauert ein bis zwei Wochen.
Die Samen sind groß und leicht zu handhaben, was die Kapuzinerkresse zu einer der ersten Pflanzen macht, die man Kinder selbst säen lässt. Sie versamt sich zudem oft von ganz allein: Es ist keine Seltenheit, im folgenden Jahr am selben Fleck neue Pflanzen aufgehen zu sehen, ohne dass man selbst gesät hätte.
Der lokale Tipp
In Belgien (Klima von Herve, Zone 8a)
In der Region Herve, Zone 8a, ist die Kapuzinerkresse frostempfindlich und wird ausschließlich einjährig kultiviert: Ein Überwintern im Freien ist ausgeschlossen. Gesät wird nach den letzten Frösten, etwa Mitte Mai, direkt an Ort und Stelle.
Sie zählt zu den unverwüstlichsten Pflanzen im belgischen Garten und eignet sich hervorragend, um Kinder ans Gärtnern heranzuführen: Die Samen sind groß und leicht zu säen, und das rasche Wachstum zeigt schon nach wenigen Wochen sichtbare Ergebnisse. Blüten, Blätter und junge Samen sind essbar, mit einem pfeffrigen Geschmack nahe der Brunnenkresse, ideal um einen Salat aufzupeppen. Im Gemüsebeet dient sie zudem als Fangpflanze, die schwarze Blattläuse von Puffbohnen und Kohl fernhält. Wundern Sie sich nicht, wenn sie sich im folgenden Jahr am gleichen Fleck oder ganz in der Nähe von selbst wieder aussät.
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Meine Pflanze identifizierenPflegekalender Monat für Monat
| Januar | Im Garten gibt es nichts zu tun. Jetzt ist die Zeit, Samen zu bestellen und sich für Farben zu entscheiden, von klassischem Orange bis zu dunklem Weinrot. |
|---|---|
| Februar | Geduld. Noch viel zu früh, der Boden ist kalt und Frost weiterhin wahrscheinlich. |
| März | Für die Freilandaussaat noch zu früh. Wer einen Vorsprung will, kann einige Samen im Topf unter Glas vorziehen, nötig ist das aber nicht. |
| April | Einen mageren, gut durchlässigen Platz vorbereiten und der Versuchung widerstehen, ihn zu düngen. Frost ist noch möglich, also mit der Aussaat im Freien warten. |
| Mai | Direktsaat ins Freiland nach den Eisheiligen, ab Mitte Mai, etwa zwei Zentimeter tief. |
| Juni | Schnelle Keimung und Wachstum. Gegen Monatsende öffnen sich die ersten Blüten. |
| Juli | Volle Blüte. Verblühtes ausputzen und junge Blätter und Blüten für den Salat ernten. |
| August | Die Blüte hält kräftig an. Schwarze Blattläuse gehören dazu, wenn die Pflanze als Fangpflanze dient, Kohlweißlingsraupen im Auge behalten. |
| September | Die Blüte bleibt noch großzügig. Ein guter Moment, um junge Samenkapseln zu sammeln, wer sie einlegen möchte. |
| Oktober | Die Blüte endet mit den ersten Frösten, die meist in diesem oder im nächsten Monat eintreffen. |
| November | Der Frost schwärzt die Pflanze und beendet den Zyklus. Abgestorbenes entfernen und reife Samen für nächstes Jahr sammeln. |
| Dezember | Ruhepause. Notieren, an welchen Stellen sie sich von selbst ausgesät hat, und schon den nächsten mageren, sonnigen Platz planen. |
Die Tipps von Green Hub
- Düngen Sie eine Kapuzinerkresse nie: magerer Boden bringt Blüten, stickstoffreicher Boden bringt Blätter und sonst kaum etwas.
- Pflanzen Sie sie im Gemüsebeet neben Puffbohnen oder Kohl: Sie zieht schwarze Blattläuse auf sich und wirkt als Fangpflanze.
- Blüten, Blätter und junge Samen sind essbar, mit einem pfeffrigen Geschmack nahe der Brunnenkresse, ideal für den Salat.
- Mitte Mai direkt ins Freiland säen, etwa zwei Zentimeter tief: Die großen Samen brauchen kein Pikieren.
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