Pflanzen in Belgien überwintern
Überwintern heißt in Belgien, seine Pflanzen in drei Familien einzuteilen. Die frostempfindlichen (Geranie, Zitronenverbene, Zitruspflanzen, junge Olive, auszugrabende Dahlie) kommen vor dem ersten Frost in einen kühlen, hellen, frostfreien Raum bei 5-10 C. Die bedingt winterharten (Lavendel, eingewachsener Rosmarin) bleiben draußen, aber mit Mulch und Vlies geschützt. Die wirklich winterharten überstehen den Winter allein, denn Wallonien liegt in Zone 8a (-9 bis -12 C). Der Anhaltspunkt für Spätfröste sind die Eisheiligen, vom 11. bis 13. Mai.
Das belgische Klima verstehen, bevor man handelt
Fast ganz Wallonien und die Kempen liegen in der Winterhärtezone 8a, das heißt jährliche Tiefsttemperaturen zwischen -12,2 C und -9,4 C. Das ist die erste Zahl, die man sich merken sollte: Eine Pflanze, deren Etikett eine Winterhärte bis -15 C verspricht, übersteht den Winter bei uns allein, während eine für -5 C angegebene Pflanze draußen ohne Schutz nicht überlebt. Rund um Herve, mit feuchten Wintern und häufigem Regen, tötet nicht so sehr die reine Kälte, sondern die Kälte in Verbindung mit stehendem Wasser am Fuß der Pflanzen.
Der andere Anhaltspunkt steht im Kalender. Die Eisheiligen (Mamertus, Pankratius und Servatius) fallen auf den 11., 12. und 13. Mai: Das ist die volkstümliche Grenze, jenseits derer das Frostrisiko im Flachland sehr gering wird. Spätfröste bleiben nach diesem Datum möglich, wenn die Luft polar, der Himmel klar und der Wind schwach ist, aber eine frostempfindliche Pflanze kommt endgültig erst wieder heraus, wenn Mitte Mai vorbei ist. Kurz gesagt: Man liest die USDA-Zone auf dem Etikett, vergleicht sie mit den -9 bis -12 C der Zone 8a und richtet das Herausstellen im Frühjahr nach den Eisheiligen aus.
Seine Pflanzen in drei Familien einteilen
Die erste Familie umfasst die frostempfindlichen Pflanzen, die keinen Frost vertragen und geschützt werden müssen. Die Geranie (Pelargonie), die Zitronenverbene, die Zitruspflanzen und die junge Olive gehören zu dieser Gruppe, ebenso die Dahlie, deren Knollen man vor dem Frost ausgräbt, und nicht winterharte Sukkulenten im Topf wie die Aloe vera, die ebenfalls ins Winterquartier ziehen. Die Zitronenverbene ist ein gutes Lehrbeispiel: Sie verträgt -5 C nur wenige Stunden, deshalb kultiviert man sie im Topf, um sie hereinholen zu können. Die junge Olive fürchtet vor allem die feuchte Kälte, mehr als die trockene, was sie in unserem regnerischen Klima umso anfälliger macht.
Die zweite Familie versammelt die bedingt winterharten Pflanzen: Sie halten die Kälte aus, brauchen aber in den härtesten Nächten eine helfende Hand. Der Echte Lavendel widersteht bis -15 C, verlangt aber außerhalb der Weinbaugebiete einen Schutz am Fuß. Der Rosmarin, winterhart in den USDA-Zonen 7a bis 9a, nimmt um -12 C Schaden und profitiert in sehr kalten Nächten von Mulch und Vlies. Hierher gehören auch die Hortensie und die Yucca, die man an Ort und Stelle lässt, deren junge Pflanzen man in strengen Wintern aber schützt. Die dritte Familie schließlich sind die wirklich winterharten Pflanzen, die man den Winter allein überstehen lässt: die Minze, die an der Oberfläche verschwindet und im Frühjahr aus dem Fuß wieder austreibt, gut an Zone 8a angepasste Obstgehölze wie der Feigenbaum und die Kiwi, oder ein Lavendel und ein Rosmarin, gut eingewachsen in durchlässigem, geschütztem Boden.
Wann und wie man frostempfindliche Pflanzen hereinholt
Der belgische Kalender ist einfach: Man holt die frostempfindlichen Pflanzen so spät wie möglich herein, aber unbedingt vor dem ersten Frost. Man beobachtet also die Temperaturen ab Ende Oktober, denn die ersten Nachtfröste kommen meist von Mitte Oktober bis Anfang November. Das Winterquartier wählt man nach dem Licht: Ein dunkler Keller oder Dachboden sollte zwischen 5 und 10 C bleiben, während ein heller Raum idealerweise zwischen 8 und 12 C liegt, um Vergilben und Vergeilen zu begrenzen, und bis etwa 15 C, wenn er gut beleuchtet ist. Während der gesamten Überwinterung wird das Gießen stark reduziert: Eine mäßige Gabe einmal im Monat reicht in der Regel.
Vor dem Einräumen beugt ein wenig Aufräumen Krankheiten vor. Bei der Geranie (Pelargonie) schneidet man die Triebe auf wenige Zentimeter zurück und entfernt Blüten, Knospen und welke Blätter, um Pilzkrankheiten in der stickigen Luft eines geschlossenen Raums zu vermeiden. Einen Strukturschnitt macht man zu diesem Zeitpunkt nicht: Der eigentliche Schnitt wartet auf den Frühling. Das Herausstellen bereitet man schrittweise vor, mit einer Wiedergewöhnung tagsüber ab April, wenn es um die 20 C hat, dann ein endgültiges Herausstellen erst nach den Spätfrösten Mitte Mai. Eine Geranie oder Verbene zu früh herauszustellen heißt zu riskieren, in einer einzigen Nacht die ganze Winterarbeit zu verlieren.
Draußen schützen, ohne hereinzuholen
Für die Pflanzen, die man im Freiland lässt, genügen meist zwei Handgriffe. Das Wintervlies bringt einen Temperaturgewinn von etwa 2 C: Bei einer bedingt winterharten Pflanze reicht es manchmal, die Vliesstärke zu verdoppeln, um genug Spielraum zu gewinnen. Man legt es an, ohne den Stoff direkt auf das Laub zu drücken, und lässt eine Luftschicht, und man nutzt es vor allem in den kältesten Nächten. Es ist die ideale Abwehr für einen Rosmarin in Nächten unter -8 C oder für einen Lavendel an einer ungeschützten, exponierten Stelle.
Der zweite Handgriff ist das Mulchen des Fußes. Beim Echten Lavendel legt man eine Mulchschicht an den Fuß und eine Abdeckung aus Tannenreisig oder Stroh. Beim Rosmarin in kontinentaler Lage mulcht man den Fuß auf 8 bis 12 cm und ergänzt in Nächten unter -8 C ein P30-Vlies. Das Prinzip gilt auch für die laubabwerfende Agapanthus, die nur mäßig winterhart ist (um -5 C) und bei starkem Frost eine Abdeckung oder Laub verlangt, auch wenn einige ausgewählte Sorten bis -15 C halten. Ein guter Mulch schützt den Wurzelstock und die Wurzeln, den Teil, der für den Wiederaustrieb im Frühjahr wirklich zählt.
Praxisfälle: Clivia, Dahlie, Zitruspflanzen und Olive
Die Clivia ist das große Missverständnis der Überwinterung: ohne kalte Ruhe blüht sie nicht wieder. Sie braucht unbedingt 2 bis 3 Monate Winterruhe bei 10-12 C (nie unter 7 C), mit sehr reduziertem Gießen. Es ist dieser Wechsel von warm und kalt, der das Aufsteigen des Blütenschafts auslöst, andernfalls bleibt die Pflanze beim Laub. Wenn der Schaft etwa 15 cm hoch ist, stellt man die Clivia wieder um die 15 C und erhöht das Gießen leicht, um die Blüte einzuleiten. Die Dahlie wiederum gräbt man vor dem Frost aus (Ende Oktober bis Anfang November): Man schneidet die Stiele auf etwa 10 cm, lässt die Knollen einige Tage im Schatten an einem luftigen Ort trocknen und bewahrt sie dann in Sandkisten auf, in einem frostfreien Raum und vor Licht geschützt.
Zitruspflanzen und der Zitronenbaum werden in einem hellen, unbeheizten Raum bei 5-10 C überwintert, mit seltenerem Gießen; man strebt mindestens 5 C für eine stressfreie Überwinterung an, wobei ein kaltes Gewächshaus ideal ist, weil es sehr hell ist. Ihre Winterhärtegrenzen schwanken stark, sobald die Exemplare gut eingewachsen sind (5-6 Jahre): Der Zitronenbaum hält -5 bis -6 C, der Orangenbaum -7 bis -8 C, die Satsuma-Mandarine und der Kumquat -10 bis -12 C, die Yuzu -12 bis -15 C und Poncirus trifoliata bis -20 C, aber junge Pflanzen und Früchte bleiben deutlich empfindlicher. Die Olive schließlich fürchtet die feuchte Kälte mehr als die trockene: Im regnerischen Klima von Herve schützt man sie besser vor Schlagregen und sorgt für einen perfekt durchlässigen Fuß.
Die passenden Pflegeblätter
Jede genannte Pflanze hat ihr vollständiges Blatt: Gießen, Standort, Boden, Schädlinge und ein Kalender Monat für Monat.
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Häufige Fragen
Welche Pflanzen muss man in Belgien vor dem Winter hereinholen?
Die frostempfindlichen: die Geranie (Pelargonie), die Zitronenverbene, die Zitruspflanzen und die junge Olive sowie die Dahlie, deren Knollen man ausgräbt. Man holt sie so spät wie möglich herein, aber vor dem ersten Frost, und beobachtet ab Ende Oktober. Der Raum muss kühl, hell und frostfrei sein, zwischen 5 und 10 C, mit auf einmal im Monat reduziertem Gießen.
Bei welcher Temperatur überwintert man frostempfindliche Pflanzen?
In einem dunklen Raum wie einem Keller oder Dachboden strebt man 5 bis 10 C an. In einem hellen Raum bleibt man eher zwischen 8 und 12 C, um Vergilben und Vergeilen zu vermeiden, und bis etwa 15 C, wenn er gut beleuchtet ist. Zitruspflanzen begnügen sich mit 5-10 C. Die Clivia dagegen will 10-12 C, ohne je unter 7 C zu fallen.
Kann man Lavendel und Rosmarin im Winter draußen lassen?
Ja, in Zone 8a (-9 bis -12 C). Der Echte Lavendel widersteht bis -15 C, verlangt aber außerhalb der Weinbaugebiete Mulch am Fuß und eine Abdeckung aus Tannenreisig oder Stroh. Der Rosmarin nimmt um -12 C Schaden: Man mulcht ihn auf 8 bis 12 cm und ergänzt in Nächten unter -8 C ein P30-Vlies. Die Minze übersteht den Winter allein.
Warum blüht meine Clivia nicht?
Weil ihr die kalte Ruhe fehlt. Die Clivia braucht 2 bis 3 Monate Überwinterung bei 10-12 C (nie unter 7 C) mit sehr reduziertem Gießen: Es ist dieser Wechsel von warm und kalt, der den Blütenschaft auslöst. Ohne Ruhe bleibt sie beim Laub. Wenn der Schaft 15 cm erreicht, stellt man sie wieder um die 15 C und erhöht das Gießen ein wenig.
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