Tontoepfe an einer Ziegelwand zusammengestellt, einer in Wintervlies eingepackt, daneben ein verglaster Fruehbeetkasten

Pflanzen überwintern, ohne sie zu verlieren

Überwintern heißt, seine Pflanzen in drei Familien einzuteilen. Die frostempfindlichen (Geranie, Zitronenverbene, Zitruspflanzen, junge Olive, auszugrabende Dahlie) kommen vor dem ersten Frost in einen kühlen, hellen, frostfreien Raum bei 5-10 C. Die bedingt winterharten (Lavendel, eingewachsener Rosmarin) bleiben draußen, aber mit Mulch und Vlies geschützt. Die wirklich winterharten überstehen den Winter allein, sobald ihre Winterhärte unter dem Jahresminimum der eigenen Zone liegt: In der USDA-Zone 8a etwa sinkt die Kälte auf -9 bis -12 C. Der Anhaltspunkt für Spätfröste ist das mittlere Datum des letzten Frosts in der eigenen Region.

Das eigene Klima verstehen, bevor man handelt

Viele Gärten im gemäßigten Seeklima liegen in der Winterhärtezone 8a, das heißt jährliche Tiefsttemperaturen zwischen -12,2 C und -9,4 C. Das ist die erste Zahl, die man sich merken sollte: In Zone 8a übersteht eine Pflanze, deren Etikett eine Winterhärte bis -15 C verspricht, den Winter draußen allein, während eine für -5 C angegebene Pflanze draußen ohne Schutz nicht überlebt. Unter einem milden, regenreichen Winter tötet nicht so sehr die reine Kälte, sondern die Kälte in Verbindung mit stehendem Wasser am Fuß der Pflanzen.

Der andere Anhaltspunkt steht im Kalender. Jede Region hat ein mittleres Datum des letzten Frosts, das die örtlichen Wetterdienste veröffentlichen: Das ist die Grenze, jenseits derer das Frostrisiko im Flachland sehr gering wird. Spätfröste bleiben nach diesem Datum möglich, wenn die Luft polar, der Himmel klar und der Wind schwach ist, aber eine frostempfindliche Pflanze kommt endgültig erst wieder heraus, wenn dieses Datum vorbei ist, mit zwei bis drei Wochen Zuschlag in Höhen- und Tallagen. Kurz gesagt: Man liest die USDA-Zone auf dem Etikett, vergleicht sie mit dem Jahresminimum der eigenen Zone und richtet das Herausstellen im Frühjahr nach dem Datum des letzten Frosts aus.

Seine Pflanzen in drei Familien einteilen

Die erste Familie umfasst die frostempfindlichen Pflanzen, die keinen Frost vertragen und geschützt werden müssen. Die Geranie (Pelargonie), die Zitronenverbene, die Zitruspflanzen und die junge Olive gehören zu dieser Gruppe, ebenso die Dahlie, deren Knollen man vor dem Frost ausgräbt, und nicht winterharte Sukkulenten im Topf wie die Aloe vera, die ebenfalls ins Winterquartier ziehen. Die Zitronenverbene ist ein gutes Lehrbeispiel: Sie verträgt -5 C nur wenige Stunden, deshalb kultiviert man sie im Topf, um sie hereinholen zu können. Die junge Olive fürchtet vor allem die feuchte Kälte, mehr als die trockene, was sie in einem regnerischen Klima umso anfälliger macht.

Die zweite Familie versammelt die bedingt winterharten Pflanzen: Sie halten die Kälte aus, brauchen aber in den härtesten Nächten eine helfende Hand. Der Echte Lavendel widersteht bis -15 C, verlangt aber außerhalb der Weinbaugebiete einen Schutz am Fuß. Der Rosmarin, winterhart in den USDA-Zonen 7a bis 9a, nimmt um -12 C Schaden und profitiert in sehr kalten Nächten von Mulch und Vlies. Hierher gehören auch die Hortensie und die Yucca, die man an Ort und Stelle lässt, deren junge Pflanzen man in strengen Wintern aber schützt. Die dritte Familie schließlich sind die wirklich winterharten Pflanzen, die man den Winter allein überstehen lässt: die Minze, die an der Oberfläche verschwindet und im Frühjahr aus dem Fuß wieder austreibt, gut an Zone 8a angepasste Obstgehölze wie der Feigenbaum und die Kiwi, oder ein Lavendel und ein Rosmarin, gut eingewachsen in durchlässigem, geschütztem Boden.

Wann und wie man frostempfindliche Pflanzen hereinholt

Der Kalender ist einfach: Man holt die frostempfindlichen Pflanzen so spät wie möglich herein, aber unbedingt vor dem ersten Frost. Man beobachtet also die Temperaturen ab der Mitte des Herbstes, denn die ersten Nachtfröste kommen meist in der zweiten Hälfte dieser Jahreszeit. Das Winterquartier wählt man nach dem Licht: Ein dunkler Keller oder Dachboden sollte zwischen 5 und 10 C bleiben, während ein heller Raum idealerweise zwischen 8 und 12 C liegt, um Vergilben und Vergeilen zu begrenzen, und bis etwa 15 C, wenn er gut beleuchtet ist. Während der gesamten Überwinterung wird das Gießen stark reduziert: Eine mäßige Gabe einmal im Monat reicht in der Regel.

Vor dem Einräumen beugt ein wenig Aufräumen Krankheiten vor. Bei der Geranie (Pelargonie) schneidet man die Triebe auf wenige Zentimeter zurück und entfernt Blüten, Knospen und welke Blätter, um Pilzkrankheiten in der stickigen Luft eines geschlossenen Raums zu vermeiden. Einen Strukturschnitt macht man zu diesem Zeitpunkt nicht: Der eigentliche Schnitt wartet auf den Frühling. Das Herausstellen bereitet man schrittweise vor, mit einer Wiedergewöhnung tagsüber, sobald das Frühjahr um die 20 C erreicht, dann ein endgültiges Herausstellen erst nach dem Datum des letzten Frosts. Eine Geranie oder Verbene zu früh herauszustellen heißt zu riskieren, in einer einzigen Nacht die ganze Winterarbeit zu verlieren.

Draußen schützen, ohne hereinzuholen

Für die Pflanzen, die man im Freiland lässt, genügen meist zwei Handgriffe. Das Wintervlies bringt einen Temperaturgewinn von etwa 2 C: Bei einer bedingt winterharten Pflanze reicht es manchmal, die Vliesstärke zu verdoppeln, um genug Spielraum zu gewinnen. Man legt es an, ohne den Stoff direkt auf das Laub zu drücken, und lässt eine Luftschicht, und man nutzt es vor allem in den kältesten Nächten. Es ist die ideale Abwehr für einen Rosmarin in Nächten unter -8 C oder für einen Lavendel an einer ungeschützten, exponierten Stelle.

Der zweite Handgriff ist das Mulchen des Fußes. Beim Echten Lavendel legt man eine Mulchschicht an den Fuß und eine Abdeckung aus Tannenreisig oder Stroh. Beim Rosmarin in kontinentaler Lage mulcht man den Fuß auf 8 bis 12 cm und ergänzt in Nächten unter -8 C ein P30-Vlies. Das Prinzip gilt auch für die laubabwerfende Agapanthus, die nur mäßig winterhart ist (um -5 C) und bei starkem Frost eine Abdeckung oder Laub verlangt, auch wenn einige ausgewählte Sorten bis -15 C halten. Ein guter Mulch schützt den Wurzelstock und die Wurzeln, den Teil, der für den Wiederaustrieb im Frühjahr wirklich zählt.

Praxisfälle: Clivia, Dahlie, Zitruspflanzen und Olive

Die Clivia ist das große Missverständnis der Überwinterung: ohne kalte Ruhe blüht sie nicht wieder. Sie braucht unbedingt 2 bis 3 Monate Winterruhe bei 10-12 C (nie unter 7 C), mit sehr reduziertem Gießen. Es ist dieser Wechsel von warm und kalt, der das Aufsteigen des Blütenschafts auslöst, andernfalls bleibt die Pflanze beim Laub. Wenn der Schaft etwa 15 cm hoch ist, stellt man die Clivia wieder um die 15 C und erhöht das Gießen leicht, um die Blüte einzuleiten. Die Dahlie wiederum gräbt man vor dem Frost aus, ganz am Ende des Herbstes: Man schneidet die Stiele auf etwa 10 cm, lässt die Knollen einige Tage im Schatten an einem luftigen Ort trocknen und bewahrt sie dann in Sandkisten auf, in einem frostfreien Raum und vor Licht geschützt.

Zitruspflanzen und der Zitronenbaum werden in einem hellen, unbeheizten Raum bei 5-10 C überwintert, mit seltenerem Gießen; man strebt mindestens 5 C für eine stressfreie Überwinterung an, wobei ein kaltes Gewächshaus ideal ist, weil es sehr hell ist. Ihre Winterhärtegrenzen schwanken stark, sobald die Exemplare gut eingewachsen sind (5-6 Jahre): Der Zitronenbaum hält -5 bis -6 C, der Orangenbaum -7 bis -8 C, die Satsuma-Mandarine und der Kumquat -10 bis -12 C, die Yuzu -12 bis -15 C und Poncirus trifoliata bis -20 C, aber junge Pflanzen und Früchte bleiben deutlich empfindlicher. Die Olive schließlich fürchtet die feuchte Kälte mehr als die trockene: In einem regnerischen Klima schützt man sie besser vor Schlagregen und sorgt für einen perfekt durchlässigen Fuß.

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Häufige Fragen

Welche Pflanzen muss man vor dem Winter hereinholen?

Die frostempfindlichen: die Geranie (Pelargonie), die Zitronenverbene, die Zitruspflanzen und die junge Olive sowie die Dahlie, deren Knollen man ausgräbt. Man holt sie so spät wie möglich herein, aber vor dem ersten Frost, und beobachtet die Temperaturen ab der Mitte des Herbstes. Der Raum muss kühl, hell und frostfrei sein, zwischen 5 und 10 C, mit auf einmal im Monat reduziertem Gießen.

Bei welcher Temperatur überwintert man frostempfindliche Pflanzen?

In einem dunklen Raum wie einem Keller oder Dachboden strebt man 5 bis 10 C an. In einem hellen Raum bleibt man eher zwischen 8 und 12 C, um Vergilben und Vergeilen zu vermeiden, und bis etwa 15 C, wenn er gut beleuchtet ist. Zitruspflanzen begnügen sich mit 5-10 C. Die Clivia dagegen will 10-12 C, ohne je unter 7 C zu fallen.

Kann man Lavendel und Rosmarin im Winter draußen lassen?

Ja, in Zone 8a (-9 bis -12 C). Der Echte Lavendel widersteht bis -15 C, verlangt aber außerhalb der Weinbaugebiete Mulch am Fuß und eine Abdeckung aus Tannenreisig oder Stroh. Der Rosmarin nimmt um -12 C Schaden: Man mulcht ihn auf 8 bis 12 cm und ergänzt in Nächten unter -8 C ein P30-Vlies. Die Minze übersteht den Winter allein.

Warum blüht meine Clivia nicht?

Weil ihr die kalte Ruhe fehlt. Die Clivia braucht 2 bis 3 Monate Überwinterung bei 10-12 C (nie unter 7 C) mit sehr reduziertem Gießen: Es ist dieser Wechsel von warm und kalt, der den Blütenschaft auslöst. Ohne Ruhe bleibt sie beim Laub. Wenn der Schaft 15 cm erreicht, stellt man sie wieder um die 15 C und erhöht das Gießen ein wenig.

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