Kiwi
Actinidia deliciosa
Die Kiwi (Actinidia deliciosa) ist eine kräftig wachsende Fruchtliane aus den Gebirgstälern Zentralchinas, die im zwanzigsten Jahrhundert in Neuseeland populär gemacht wurde, daher auch ihr Handelsname. In Belgien ist sie keine Balkonpflanze: Sie ist ein kraftvoller Kletterer, der mit der Zeit fünfzehn Quadratmeter und mehr bedecken kann, und braucht dafür eine wirklich stabile Pergola oder ein solides Rankgerüst. Mit genug Platz, Sonne und Geduld trägt sie auch bei uns echte Kiwifrüchte, doch bis zur ersten Ernte vergehen meist mehrere Jahre, und man sollte von Anfang an großzügig planen.
Standort und Licht
Die Kiwi braucht Sonne, mindestens sechs Stunden am Tag, um gut zu blühen und ihre Früchte bis in den Oktober hinein zu versorgen. An einem schattigen Platz wächst eine belaubte, aber fruchtarme Liane. Wählen Sie die sonnigste Wand oder Pergola im Garten, am besten nach Süden oder Südwesten ausgerichtet, geschützt vor Wind, der junge Triebe schädigt und im Spätsommer fruchtbeladene Äste bricht.
Der Windschutz zählt fast genauso viel wie die Sonne. Eine Ecke zwischen zwei Mauern oder entlang einer Windschutzhecke verringert den Bruchschaden und beschleunigt den Fruchtansatz. Errichten Sie das endgültige Rankgerüst gleich bei der Pflanzung, stabile Pfosten mit gespannten Drähten oder eine massive Holzpergola, denn eine ausgewachsene Liane wiegt schwer, und eine etablierte Pflanze lässt sich später kaum noch umsetzen.
Gießen
Die Kiwi ist durstig, besonders im Sommer, wenn das Laub üppig ist und die Früchte wachsen. Eine ausgewachsene Pflanze im Freiland braucht von Juni bis September reichlich und regelmäßig Wasser, gerade in trockenen Jahren, sonst bleiben die Früchte klein oder fallen ab, bevor sie reif sind. Eine dicke Mulchschicht am Fuß hält die Feuchtigkeit und erspart das Jäten rund um die flachen Wurzeln.
Staunässe verträgt die Kiwi dagegen gar nicht. Ein Boden, der nach Regen dauerhaft nass bleibt, lässt die Wurzeln innerhalb weniger Wochen faulen, besonders auf schwerem, lehmigem Boden, wie er in Teilen der Region Herve vorkommt. Eine gute Drainage bei der Pflanzung, mit Kies oder grobem Kompost in die Erde gemischt, verhindert dieses immer wiederkehrende Problem.
Boden und Umtopfen
Die Kiwi mag einen reichen, tiefgründigen, frischen Boden, der bei der Pflanzung mit Kompost oder gut verrottetem Mist verbessert wurde. Eine jährliche Gabe organischen Materials im Frühjahr, oberflächlich eingearbeitet, erhält diese Bodenqualität, ohne dass tief in der Nähe der Wurzeln gegraben werden muss, die flach verlaufen und Verdichtung schlecht vertragen.
Entscheidend ist, dass die Kiwi einen eher sauren bis neutralen Boden bevorzugt und aktiven Kalk sehr schlecht verträgt. Auf kalkhaltigem Boden entwickelt sie die typische Eisenchlorose, die Blätter vergilben zwischen den Adern, die grün bleiben, und die Pflanze stagniert. In den kalkreicheren Böden mancher Ecken von Herve pflanzt man besser in ein großes Gefäß oder verbessert den Boden gründlich, bevor man loslegt.
Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Die Kiwi verträgt winterliche Kälte gut, sobald sie etabliert ist, eine gut eingewachsene Pflanze übersteht in der Ruhephase problemlos Fröste von minus zehn bis minus fünfzehn Grad. Sie blüht spät, je nach Jahr im Mai oder Juni, was sie meist vor den Spätfrösten bewahrt, die andere, früher blühende Obstbäume wie den Aprikosenbaum verwüsten.
Zwei Momente bleiben bei uns heikel. Die junge Pflanze ist in den ersten zwei bis drei Jahren frostempfindlich und verdient in den ersten Wintern ein Frostschutzvlies oder eine dicke Mulchschicht am Fuß. Und am Ende der Saison kann ein früher Frost im Oktober oder Anfang November noch hängende Früchte überraschen und schädigen, weshalb es sich lohnt, vor dem ersten Kälteeinbruch zu ernten, statt auf perfekte Reife am Strauch zu warten.
Schnitt und Pflege
Der Schnitt der Kiwi erfolgt in zwei Schritten. Im Winter, außerhalb von Frostperioden, baut und pflegt man das Gerüst: Man wählt die Hauptarme, die am Rankgerüst entlanglaufen, und entfernt totes Holz, sich kreuzende Äste und zu schwache Triebe. Schneiden Sie nie zu spät im Winter, der Saftdruck steigt bei der Kiwi stark an, und ein später Schnitt blutet stark.
Im Sommer ergänzt ein Grünschnitt die Arbeit: Man kürzt die langen Jahrestriebe, die in alle Richtungen wuchern und die Pflanze ohne Nutzen erschöpfen, und lässt dabei einige Blätter über der letzten angesetzten Frucht stehen. Dieser Sommerschnitt lüftet die Liane auf, lässt Licht bis zu den Früchten durch und erleichtert die Ernte im Herbst erheblich.
Krankheiten und Schädlinge
Das ernsthafteste Problem der Kiwi ist PSA, eine Bakteriose (Pseudomonas syringae pv. actinidiae), die in den letzten Jahren professionelle Plantagen hart getroffen hat. Sie zeigt sich durch eckige braune Flecken auf den Blättern, rötlichen Ausfluss an Stamm und Ästen und kann in schweren Fällen eine ganze Liane töten. Desinfizieren Sie im Garten stets die Gartenschere zwischen den Pflanzen und schneiden Sie nicht bei feuchtem Wetter, die Bakterie dringt über frische Wunden ein.
Häufiger und weniger gefährlich ist echter Mehltau, der bei schwülem Wetter am Laub auftreten kann, und Schnecken machen sich im Frühjahr gerne über die zarten jungen Triebe her. Ein schlecht durchlässiger Boden begünstigt zudem Wurzelfäule, ein weiterer Grund, die Drainage schon bei der Pflanzung richtig anzulegen.
Vermehrung
Stecklinge sind für den Hobbygärtner die zugänglichste Methode. Im Sommer schneidet man zehn bis fünfzehn Zentimeter lange, halbverholzte Stecklinge vom diesjährigen Holz, entfernt die unteren Blätter und lässt sie im Frühbeet oder im Topf unter feuchten Bedingungen bewurzeln. Die Anwachsrate ist unsicher, belohnt aber mit etwas Geduld.
Von der Aussaat rät man dagegen ab, wenn man verlässliche Früchte will: Kiwikerne geben die Sorte der Mutterpflanze nicht wahrheitsgetreu weiter, und vor allem erkennt man das Geschlecht des Sämlings erst nach mehreren Jahren bei der ersten Blüte, ein echtes Problem, da männliche und weibliche Pflanzen bis dahin identisch aussehen. Um die richtige Geschlechterkombination und eine gut fruchtende Sorte sicherzustellen, kauft man besser veredelte oder bewurzelte Pflanzen mit klarer Sortenbezeichnung aus der Baumschule.
Der lokale Tipp
In Belgien (Klima von Herve, Zone 8a)
In der Region Herve, Zone 8a, lässt sich die Kiwi gut anbauen, vorausgesetzt man gibt ihr von Anfang an Platz und ein stabiles Rankgerüst. Die gute Nachricht: Ihre späte Blüte im Mai oder Juni bewahrt sie meist vor den Frühjahrsfrösten, die andere, früher blühende Obstgehölze ruinieren. Die junge Pflanze bleibt jedoch in den ersten Jahren frostempfindlich, und frühe Herbstfröste können noch hängende Früchte überraschen, deshalb sollte man ihr eine geschützte, sonnige Ecke im Garten geben.
Ein technischer Punkt entscheidet über den Erfolg im Garten: Die klassische Kiwi ist zweihäusig, das heißt, es gibt getrennte männliche und weibliche Pflanzen, und nur die weiblichen tragen Früchte. Man braucht also mindestens eine männliche Pflanze, um mehrere weibliche zu befruchten, wobei ein Männchen im Garten meist für sechs bis acht Weibchen genügt. Fehlt der Platz für zwei Pflanzen, tragen selbstfruchtbare Sorten wie Jenny oder Solissimo auch allein Früchte und erlauben es, sich mit einer einzigen Pflanze zu begnügen, eine praktische Lösung für einen kleinen Garten in Herve. Ein letzter Punkt, den man nicht unterschätzen sollte: Es braucht Geduld, oft drei bis vier Jahre, manchmal länger, bis zu den ersten Früchten, und reichlich Platz, denn eine gut etablierte, ausgewachsene Liane wird riesig und breitet sich Jahr für Jahr weiter aus.
Ziehst du kiwi?
Green Hub speichert den datierten Verlauf deiner eigenen Pflanze: ihre Fotos, ihre Entwicklung, ihr Umtopfen. Eine KI antwortet gezielt zu deiner Pflanze, nicht zu einem generischen Blatt, kostenlos.
Meine Pflanze identifizierenPflegekalender Monat für Monat
| Januar | Vollständige Ruhephase für die Liane. Jetzt wählt man seine Pflanze, ein männliches und ein weibliches Exemplar oder eine selbstfruchtbare Sorte wie Jenny, und sucht den sonnigsten, geschütztesten Platz im Garten aus. |
|---|---|
| Februar | Noch zu früh zum Pflanzen, solange der Boden gefroren bleibt. Nutzen Sie die Zeit, um die Pergola oder das Rankgerüst zu bauen oder zu verstärken, es muss bereitstehen, bevor die Pflanze ankommt. |
| März | Pflanzung möglich, sobald sich der Boden erwärmt und nachts nicht mehr friert. Heben Sie ein großzügiges Pflanzloch aus, mischen Sie Kompost unter die Pflanzerde und wässern Sie kräftig, damit sich die Erde um die Wurzeln setzt. |
| April | Der Austrieb beginnt, die jungen Triebe sind zart und noch anfällig für Spätfrost. Mulchen Sie den Wurzelbereich und halten Sie ein Vlies für kühle Nächte bereit. |
| Mai | Rasches Triebwachstum, das man nun am Rankgerüst festbinden sollte. Je nach Jahr beginnt gegen Monatsende die Blüte mit kleinen, stark duftenden weißen Blüten. |
| Juni | Volle Blüte, die Blüten wechseln beim Altern von Weiß zu Cremefarben. Gießen Sie regelmäßig, jetzt schadet Wassermangel der kommenden Ernte am meisten. |
| Juli | Die diesjährigen Triebe wuchern in alle Richtungen, ein Grünschnitt lüftet die Liane auf und kürzt die längsten Triebe. Bei trockenem Wetter weiter gut gießen. |
| August | Die Früchte wachsen sichtbar heran. Weiter gießen und Stamm sowie Blätter nach Gewittern kontrollieren, ein früher Hinweis auf PSA, den man nicht ignorieren sollte. |
| September | Die Früchte wachsen weiter, bleiben aber am Strauch noch fest und sauer. Ein leichter Rückschnitt zu üppiger Triebe lässt mehr Licht an die Früchte. |
| Oktober | Ernte vor dem ersten Frost, meist im Laufe des Monats. Pflücken Sie die Früchte, solange sie noch fest sind, sie reifen drinnen bei Zimmertemperatur nach. |
| November | Sobald die Blätter gefallen sind, eignet sich diese Zeit für einen leichten Gerüstschnitt außerhalb von Frosttagen. Räumen Sie den Wurzelbereich auf und erneuern Sie den Mulch. |
| Dezember | Winterruhe, eine ausgewachsene Pflanze kommt mit unserer Kälte gut zurecht. Bei einer jungen Pflanze unter drei Jahren sollte man vorsorglich eine dicke Mulchschicht am Fuß belassen. |
Die Tipps von Green Hub
- Wer nur eine Kiwi pflanzt, sollte zu einer selbstfruchtbaren Sorte wie Jenny oder Solissimo greifen. Bei einer klassischen Kiwi braucht man zwingend eine männliche und eine weibliche Pflanze, nur Letztere trägt Früchte.
- Errichten Sie das endgültige Rankgerüst gleich bei der Pflanzung, stabile Pfosten mit gespannten Drähten oder eine massive Pergola. Eine ausgewachsene Liane ist schwer und lässt sich später kaum noch versetzen.
- Haben Sie Geduld, die ersten Früchte kommen oft erst nach drei bis vier Jahren, manchmal später. Das ist normal, die Liane baut zuerst ihr Gerüst auf, bevor sie zu fruchten beginnt.
- Ernten Sie im Oktober vor dem ersten Frost, auch wenn sich die Früchte noch fest anfühlen. Sie reifen bei Zimmertemperatur drinnen sehr gut nach, genau wie gekaufte Kiwis.
Ähnliche Pflanzen
Apfelbaum
Malus domestica
Der Apfelbaum (Malus domestica) ist der König der Obstbäume im belgischen Klima, jener Baum, der die Streuobstwiesen…
Birnbaum
Pyrus communis
Der Birnbaum (Pyrus communis) ist der Vetter des Apfelbaums, ein Obstbaum unserer Gärten, der schmelzende Früchte gibt,…
Feigenbaum
Ficus carica
Der Feigenbaum (Ficus carica) ist ein mediterraner Baum, doch in Zone 8a lässt er sich durchaus kultivieren, sofern du…
Haselnussstrauch
Corylus avellana
Die Hasel (Corylus avellana) ist ein einheimischer Strauch unserer Landschaft, der seit jeher in Feldhecken und an…
Heidelbeere
Vaccinium corymbosum
Die Kulturheidelbeere (Vaccinium corymbosum) ist der große strauchige Vetter der wilden Heidelbeere, auch Amerikanische…
Himbeere
Rubus idaeus
Die Himbeere (Rubus idaeus) ist ein kleiner, winterharter Fruchtstrauch, der in unseren Wäldern wild wächst. Sie liebt…
Die Ratgeber, die sie erwähnen
Beerenobst und Obstbäume: womit anfangen
Himbeere, rote und schwarze Johannisbeere, Heidelbeere, Apfel, Birne: womit Sie einen belgischen Obstgarten beginnen…
Pflanzen in Belgien überwintern
Clivia, Lavendel, Verbene, Geranie, Olive: welche hereinholen, welche draußen schützen, welche den Winter allein…
Obstbäume schneiden: ableiten statt auswendig lernen
Ein Apfelbaum und ein Kirschbaum werden weder zur gleichen Zeit noch aus demselben Grund geschnitten, und der Pfirsich…