Kirschbaum
Prunus avium
Der Kirschbaum (Prunus avium) ist ein wüchsiger und winterharter Obstbaum, unter dem belgischen Klima vollkommen in seinem Element. Seine weiße Blüte ist früh, oft schon ab April, was sie anfällig macht für die Spätfröste, die bei uns bis Mitte Mai verweilen. Das wahre Geheimnis eines gesunden Kirschbaums passt in einen Satz: Man schneidet ihn im grünen Zustand, gleich nach der Ernte im Sommer, nie im feuchten Winter. In einem kleinen Garten wählt man eine schwach wachsende Unterlage vom Typ Gisela, um den Baum auf Kopfhöhe zu halten und ihn mit einem Netz gegen die Vögel abdecken zu können.
Standort und Licht
Der Kirschbaum verlangt Sonne, so viel wie möglich. Setze ihn an einen offenen, hellen Ort, nach Süden oder Westen ausgerichtet, abseits der großen Bäume, die ihm Schatten machen würden. Je mehr Licht er bekommt, desto süßer und farbiger die Früchte.
Ein oft vergessener Punkt zählt so viel wie die Sonne: die Luftzirkulation. Ein in einer feuchten, engen Ecke gepflanzter Kirschbaum trocknet nach dem Regen schlecht und fängt sich leichter Krankheiten ein. Bevorzuge einen luftigen Platz, ohne ihn jedoch den kalten Winden auszusetzen, die die frühe Blüte beschädigen würden.
Gießen
Ein gut eingewachsener Kirschbaum mit ausgebildetem Wurzelwerk kommt unter unserem Klima die meiste Zeit allein zurecht. Vor allem in den ersten drei Jahren musst du auf das Gießen achten, solange er einwurzelt: ein guter Eimer Wasser pro Woche bei Sommertrockenheit, an den Fuß, ohne zu durchnässen.
Eine Vorsicht, die man kennen sollte: Vermeide Wasserstöße kurz vor der Ernte. Ein starker Regen oder ein massives Gießen nach einer Trockenperiode lässt die Kirschen zu schnell schwellen, und sie platzen. Ein Mulch am Fuß glättet diese Schwankungen, indem er den Boden gleichmäßig frisch hält.
Boden und Umtopfen
Der Kirschbaum mag tiefgründige, lockere und vor allem gut durchlässige Böden. Er hasst stehendes Wasser um die Wurzeln, das Erstickung und Gummifluss auslöst. In schwerem, tonigem Grund pflanze auf einem kleinen Hügel und verbessere die Grube mit Kompost und etwas grobem Sand, damit das Wasser abfließt.
Er fühlt sich in einem neutralen bis leicht kalkhaltigen Boden wohl, was für viele Böden des Herver Landes gut passt. Meide nur ausgesprochen saure und im Winter wassergesättigte Böden, in denen er kümmert und am Wurzelhals leidet.
Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Was die Kälte angeht, ist der Kirschbaum ein Harter: Das Holz überstellt unsere Winter ohne Probleme, und der Baum braucht sogar eine gute Kälteperiode, um im Frühjahr richtig zu blühen. Es ist also nicht der Winter, der ihm zu schaffen macht.
Die Gefahr kommt aus dem Frühjahr. Die Blüte ist früh, mitunter schon in der ersten Aprilhälfte, mitten im Fenster der belgischen Spätfröste. Eine Nacht bei minus 2 Grad auf offenen Blüten, und die Ernte ist für das Jahr verloren. Bei einem kleinen, schwach wachsenden Baum kann man in den angekündigten kritischen Nächten ein Wintervlies darüberwerfen, bei einem großen Exemplar drückt man die Daumen und wählt von Anfang an einen nicht zu frühen Standort.
Schnitt und Pflege
Hier ist der Handgriff, der beim Kirschbaum alles ändert: Schneide im grünen Zustand, das heißt gleich nach der Ernte, im Sommer, wenn der Baum noch voll im Saft steht. Schneide nie im Winter. Wunden, die in der kalten, feuchten Jahreszeit gemacht werden, vernarben schlecht und öffnen dem Krebs, dem Gummifluss und der Bleiglanzkrankheit weit die Tür, drei Übel, die den Baum zum Tode verurteilen können.
Bleib leicht. Entferne Totholz, sich kreuzende Äste und jene, die nach innen wachsen, lüfte das Innere, um das Licht durchzulassen, und kürze, was zu hoch steigt, um den Baum zugänglich zu halten. Auf einer schwach wachsenden Unterlage wie Gisela genügt dieser Sommerschnitt, um eine kompakte Form zu erhalten, leicht mit einem Netz zu schützen.
Krankheiten und Schädlinge
Die erste Plage des belgischen Kirschbaums ist die Kirschfruchtfliege. Das Weibchen legt in die reifende Frucht, und man findet eine kleine weiße Made im Inneren. Gute Nachricht: Die frühen Sorten, früh geerntet, entgehen weitgehend der Eiablage, die später in der Saison beginnt. Gelbe Leimfallen helfen, den Flug zu verfolgen und die Ablagen zu begrenzen.
Es folgen die Monilia, jene braune Fäule, die die Früchte mumifiziert und bei feuchtem Wetter mitunter auf die Triebe hochsteigt, und die schwarzen Blattläuse, die im Frühjahr die Spitzen der jungen Triebe einrollen. Man schneidet die mumifizierten Früchte ab und vernichtet sie, man duldet die Blattläuse, wenn die Marienkäfer die Arbeit erledigen. Und natürlich gibt es die Vögel, große Liebhaber von Kirschen: Bei einem schwach wachsenden Baum regelt ein Netz, das bei nahender Reife aufgelegt wird, die Frage.
Vermehrung
Die Tafelkirsche vermehrt sich nicht sortenecht durch Aussaat: Ein Kern ergibt eine Wildkirsche mit oft mittelmäßiger Frucht. Die ernsthafte Vermehrung läuft über die Veredelung auf einer gewählten Unterlage, was zugleich die Sorte der Frucht und die Wüchsigkeit des Baumes bestimmt.
Für einen kleinen Garten entscheidet sich alles dort: Verlange in der Baumschule eine Sorte, veredelt auf einer schwach wachsenden Unterlage vom Typ Gisela. Der Baum bleibt auf Kopfhöhe, kommt schneller in den Ertrag, und vor allem kannst du ihn ohne Gerüst mit einem Netz gegen die Vögel abdecken. Die eigene Veredelung, durch Okulation im Sommer oder Spaltschnitt im Frühjahr, bleibt möglich, verlangt aber ein wenig Übung.
Der lokale Tipp
In Belgien (Klima von Herve, Zone 8a)
In der Herver Gegend ist der Kirschbaum in Sachen Winterhärte zu Hause: Das Holz übersteht den Winter ohne zu zucken, und der Baum profitiert gut von unseren Kälteperioden. Das eigentliche Spiel wird im Frühjahr gespielt, mit dieser frühen Blüte, die im Fenster der Spätfröste steckt, die bis Mitte Mai laufen. In manchen Jahren genügt eine kalte Nacht auf den Blüten, um die Ernte zu opfern; bei einem großen Baum ist da nicht viel zu machen, aber ein kleines, schwach wachsendes Exemplar schützt man in den angekündigten Nächten mit einem Vlies.
Zwei Ausgangsentscheidungen erleichtern das Leben in einem belgischen Garten enorm. Zuerst die schwach wachsende Unterlage vom Typ Gisela: Der Baum bleibt niedrig, man schneidet und erntet ihn ohne Leiter, und vor allem kann man ein Vogelschutznetz darüberwerfen, sobald die Kirschen röten, andernfalls lassen dir die Amseln keine einzige übrig. Dann der Handgriff des Schnitts, unter unserem feuchten Klima nicht verhandelbar: Man schneidet im grünen Zustand nach der Ernte, im Sommer, und nie im Winter, um dem Krebs und der Bleiglanzkrankheit keine frische Wunde bei kaltem, nassem Wetter zu bieten. Was die Bestäubung angeht, prüfe beim Kauf: Manche Sorten sind selbstfruchtbar und genügen sich selbst, doch viele brauchen einen verträglichen Kirschbaum in der Nachbarschaft, um gut anzusetzen. Die Ernte fällt je nach Sorte in Juni und Juli, wobei die frühen den Vorteil haben, der Kirschfruchtfliege zu entgehen.
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Meine Pflanze identifizierenPflegekalender Monat für Monat
| Januar | Ruhe des Baumes. Auf keinen Fall schneiden. Das ist der gute Moment, um eine auf einer schwach wachsenden Unterlage veredelte Sorte zu wählen und zu bestellen und ihre Bestäubungsbedürfnisse zu prüfen. |
|---|---|
| Februar | Pflanzung bei Frostfreiheit möglich, wurzelnackt, in gut durchlässigem Boden. Weiterhin kein Schnitt. Pfähle und mulche den Fuß des jungen Baumes. |
| März | Austrieb rückt näher. Achte auf die ersten Blattläuse an den Triebspitzen. Ein letzter frischer Mulch am Fuß vor der Blüte. |
| April | Frühe Blüte. Achte auf die Ankündigungen von Spätfrösten und decke die kleinen Bäume in den kritischen Nächten mit einem Vlies ab. Nicht schneiden. |
| Mai | Fruchtansatz und Anschwellen der Früchte. Frostgefahr bis Mitte Mai noch möglich. Stelle die gelben Leimfallen auf, um die Kirschfruchtfliege zu verfolgen. |
| Juni | Erntebeginn für die frühen Sorten, jene, die der Fliege am besten entgehen. Lege das Vogelschutznetz auf, sobald die Kirschen röten. |
| Juli | Volle Ernte der Saisonsorten. Gleich nach dem Pflücken im grünen Zustand schneiden: Totholz, sich kreuzende Äste, Lüften des Inneren. Entferne die von der Monilia verfaulten Früchte. |
| August | Ende des Sommerschnitts, falls er nicht beendet ist. Der Baum vernarbt bei warmem Wetter rasch. Gieße die jungen Exemplare bei Trockenheit. |
| September | Reinige unter dem Baum das gefallene und mumifizierte Obst, um den Zyklus der Monilia zu unterbrechen. Nimm das Netz ab und räume es weg. |
| Oktober | Blattfall. Sammle die Blätter auf, wenn der Baum unter Krankheiten gelitten hat, um die überwinternden Sporen zu begrenzen. Guter Moment, um ein neues Exemplar zu pflanzen. |
| November | Pflanzung in nicht gefrorenem Boden noch möglich. Prüfe den Pfahl und den Mulch der jungen Bäume vor dem Winter. Kein Schnitt. |
| Dezember | Vollständige Ruhe. Betrachte das kahle Gerüst, um den künftigen Sommerschnitt zu planen, aber lass die Gartenschere in der Scheide bis nach der nächsten Ernte. |
Die Tipps von Green Hub
- Schneide immer im grünen Zustand, gleich nach der Ernte im Sommer. Eine Schnittwunde im feuchten Winter ist die offene Tür zum Krebs und zur Bleiglanzkrankheit.
- Wähle in einem kleinen Garten eine schwach wachsende Unterlage vom Typ Gisela: Baum auf Kopfhöhe, Ernte ohne Leiter und leicht aufzulegendes Vogelschutznetz.
- Prüfe beim Kauf, ob die Sorte selbstfruchtbar ist oder ob sie einen benachbarten Bestäuber braucht, sonst hast du Blüten, aber wenige Kirschen.
- Bevorzuge eine frühe Sorte: früh geerntet, entgeht sie weitgehend der Kirschfruchtfliege, deren Eiablage später beginnt.
- Die Kerne und die Blätter enthalten cyanogene Verbindungen: Das Fruchtfleisch genießt man ohne Sorge, aber man beißt nie in die Kerne.
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