Wie man Vögel Saison für Saison in den Garten lockt
Vögel das ganze Jahr über in den Garten zu locken, erfordert vier sich ergänzende Maßnahmen: nur von Mitte November bis März füttern, zu jeder Jahreszeit sauberes Wasser anbieten, ab dem Herbst richtig ausgerichtete Nistkästen aufhängen und beerentragende Sträucher pflanzen, die ohne menschliches Zutun Nahrung liefern. Von der Sommerfütterung wird abgeraten, außer bei ausgeprägter Trockenheit, denn Jungvögel brauchen zum Wachsen Insekten und keine Körner. In Belgien besuchen Meisen, Rotkehlchen, Amseln und Spatzen einen Garten das ganze Jahr über, sobald diese vier Bedürfnisse erfüllt sind, und der Verzicht auf Pestizide bleibt die wirksamste Maßnahme, um ihnen natürliche Beute zu lassen.
Zur richtigen Jahreszeit füttern, nicht das ganze Jahr über
Belgische Vogelschutzverbände sind sich einig: Die Fütterung sollte auf die kalte Jahreszeit beschränkt bleiben, von Mitte November bis Ende März. Man beginnt allmählich, sobald die Temperaturen sinken, und stellt sie über sieben bis zehn Tage ein, sobald mildes Wetter dauerhaft zurückkehrt. In diesem Zeitraum besteht die Ration fast ausschließlich aus Körnern, allen voran schwarze Sonnenblumenkerne, dazu Mischungen und Hirse; Meisenknödel sind nur eine Ergänzung für längere Kälteperioden, keine tägliche Grundlage. Der richtige Rhythmus ist, jeden Morgen eine kleine Menge nachzufüllen, damit die Vögel nach einer kalten Nacht wieder zu Kräften kommen.
Außerhalb dieses Zeitraums verzichtet man besser ganz darauf. Im Frühling bringt zusätzliches Futter kaum noch etwas, außer bei einem späten Kälteeinbruch, wo ein paar Mehlwürmer aushelfen können. Im Sommer wird von der Körnerfütterung abgeraten: Die Elternvögel brauchen lebende Insekten und keine Körner, um ihre Jungen aufzuziehen. Nur eine ausgeprägte Trockenheit, die Wasser und natürliche Beute knapp werden lässt, rechtfertigt es, eine Wasserstelle und gelegentlich etwas Futter bereitzustellen.
Nistkästen: welches Modell, welche Ausrichtung, welcher Zeitplan
Der Durchmesser des Einflugloches bestimmt, wer einziehen kann: 26 bis 28 mm für die kleineren Meisenarten, Blau-, Tannen-, Sumpf- oder Haubenmeise, 32 mm für die Kohlmeise, den Haussperling oder den Kleiber. Ein zu großes Loch lässt Fressfeinde und größere Arten hinein.
Die Ausrichtung ist genauso wichtig wie das Modell. Man vermeidet die vorherrschende Südwestwindrichtung, die Regen und Kälte hineindrückt, sowie die pralle Nachmittagssonne, die eine Brut überhitzen kann. Der wirksamste Kompromiss bleibt eine Öffnung nach Osten oder Südosten, windgeschützt und nur der sanften Morgensonne ausgesetzt. Die Anbringungshöhe liegt zwischen 1,5 und 3 Metern, außer Reichweite von Katzen, wobei der Kasten leicht nach vorne geneigt sein sollte, damit Regen ablaufen kann.
Der beste Zeitpunkt, um einen Nistkasten aufzuhängen, ist der Herbst, ab November, nicht das Frühjahr: Meisen suchen sich ihren Nistplatz früh aus, und der Zaunkönig nutzt Nistkästen bereits als nächtlichen Unterschlupf. Die Reinigung erfolgt zwischen September und November, vor dieser erneuten Besiedlung: Man entfernt das alte Nest, das Parasiten beherbergt, die von einer Saison zur nächsten überleben.
Wasser, das am häufigsten vergessene Bedürfnis
Wasser ist das einzige Bedürfnis der Vögel, das nie aufhört, im Sommer wie im Winter. Eine flache Schale, erhöht aufgestellt oder am Boden, fernab von dichtem Gebüsch, in dem eine Katze lauern könnte, genügt, um Amseln, Meisen und Rotkehlchen zum Trinken und Baden anzulocken. Die ideale Tiefe bleibt gering, zwei bis fünf Zentimeter mit einem sanften Gefälle zu einem flachen Rand hin, damit auch die kleinsten Vögel noch Grund unter den Füßen haben.
Hygiene ist keine Option. Stehendes, mit Kot verschmutztes Wasser wird zum Nährboden für Bakterien und Parasiten, insbesondere für die Trichomonose, die regelmäßig Grünfinken und Buchfinken dahinrafft, sowie für Salmonellose. Der schützende Handgriff: wöchentlich mit warmem Wasser spülen, ohne Reinigungsmittel, ein wenig weißer Essig genügt, und im Sommer täglich das Wasser wechseln. Chemische Mittel sind tabu, sie zerstören die wasserabweisende Schicht des Gefieders.
Im Winter gefriert das Wasser genau dann, wenn die Vögel es am dringendsten brauchen, um Körner zu verdauen. Brechen Sie das Eis morgens und abends auf, statt Salz oder Frostschutzmittel hinzuzufügen, die für sie giftig sind.
Pflanzen, die ohne menschliches Zutun ernähren und Schutz bieten
Ein Garten, der sich selbst versorgt, ist mehr wert als alle Futterstellen zusammen. Beerentragende Sträucher tragen im Herbst und Winter Früchte, gerade dann, wenn die Insekten verschwunden sind: Schwarzer Holunder, Stechpalme, Schneeball, Liguster, Geißblatt und Rose, deren Hagebutten den ganzen Winter über halten, locken ab den ersten Frösten Amseln, Drosseln und Stare an. Die immergrüne, dichte Eibe bietet ebenfalls ganzjährig Schutz; nur ihr Samen ist giftig, der fleischige rote Samenmantel, der ihn umgibt, dagegen nicht.
Obstbäume leisten denselben Dienst, auch ohne dass man alles auflesen muss: Ein paar heruntergefallene Früchte unter einem Apfel-, Birn-, Pflaumen- oder Kirschbaum bieten ein Festmahl am Ende der Saison. Der Haselstrauch steuert seine Nüsse bei, die bei Kleiber und Eichelhäher beliebt sind; eine Buche zieht in einem guten Mastjahr mit ihren Bucheckern Buchfinken und Gimpel an.
Diese Pflanzungen erfüllen auch eine Schutzfunktion: Eine dichte Hecke aus Hainbuche, Buche und beerentragenden Sträuchern bietet Nistplätze, die vor Fressfeinden geschützt sind. Stachelbeer- und Johannisbeersträucher lassen nach der menschlichen Ernte noch ein paar vergessene Früchte übrig.
Häufige Arten im belgischen Garten und Gefahren, die es zu vermeiden gilt
Vier Arten dominieren ganzjährig die belgischen Gärten. Blau- und Kohlmeise brüten in Höhlen, nehmen gerne einen Nistkasten an und ernähren sich vom Schlüpfen an fast ausschließlich insektivor: Ein Kohlmeisenpaar trägt seiner Brut innerhalb von drei Wochen bis zu 10.000 Raupen zusammen. Das Rotkehlchen, einzelgängerisch und revierbewusst, jagt von einem niedrigen Ast aus. Die Amsel durchsucht Rasen und Beete nach Würmern und heruntergefallenen Beeren. Der Haussperling brütet in Kolonien in Nischen und Spalten von Gebäuden; sein Bestand geht in Wallonien Jahr für Jahr zurück, da moderne Bauten ihm kaum noch Nischen bieten.
Drei Gefahren bedrohen diese Gäste. Fensterscheiben bleiben die häufigste direkte Todesursache, mit Hunderttausenden Opfern pro Jahr in Belgien; selbstklebende Streifen von 2 cm Breite alle 10 cm auf der Außenseite verringern das Risiko. Katzen als Fressfeinde verursachen etwa 16 Prozent der Sterblichkeit; die Katze von April bis Juni drinnen zu behalten und ein Birdsafe-Halsband (40 bis 50 Prozent Wirksamkeit) bringen mehr als ein einfaches Glöckchen. Und schließlich verringern Pestizide die Beute insektenfressender Vögel um 50 bis 70 Prozent: die einfachste Maßnahme, damit ein Garten seine Vögel ganz von selbst ernährt.
Die passenden Pflegeblätter
Jede genannte Pflanze hat ihr vollständiges Blatt: Gießen, Standort, Boden, Schädlinge und ein Kalender Monat für Monat.
Schwarzer Holunder
Sambucus nigra
Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist ein großer, heimischer Strauch, der in ganz Belgien wild in Hecken, an…
Stechpalme
Ilex aquifolium
Die Stechpalme (Ilex aquifolium) ist bei uns heimisch und wächst wild in den Wäldern und Hecken rund um Herve. Ihr…
Schneeball
Viburnum
Der Schneeball (Viburnum) ist keine einzelne Pflanze, sondern eine ganze Familie von Sträuchern, die fast jede…
Liguster
Ligustrum ovalifolium
Der Liguster (Ligustrum ovalifolium), oft als Kalifornischer Liguster verkauft, ist ein aus Japan stammender Strauch,…
Geißblatt
Lonicera
Das Geißblatt (Lonicera) ist eine vertraute Pflanze in unseren Hecken und Gärten, bekannt für seine stark duftenden…
Rose
Rosa
Die Rose (Rosa) ist ein winterharter Blütenstrauch, der in der Region Herve problemlos im Freien überwintert. Ihr…
Eibe
Taxus baccata
Die Eibe (Taxus baccata) ist ein in Europa heimischer Nadelbaum, der mehrere Jahrhunderte alt werden kann und wie kaum…
Apfelbaum
Malus domestica
Der Apfelbaum (Malus domestica) ist der König der Obstbäume im belgischen Klima, jener Baum, der die Streuobstwiesen…
Birnbaum
Pyrus communis
Der Birnbaum (Pyrus communis) ist der Vetter des Apfelbaums, ein Obstbaum unserer Gärten, der schmelzende Früchte gibt,…
Pflaumenbaum
Prunus domestica
Der Pflaumenbaum (Prunus domestica) ist der klassische Hausobstbaum unserer Gegend, der Baum, den man seit Generationen…
Kirschbaum
Prunus avium
Der Kirschbaum (Prunus avium) ist ein wüchsiger und winterharter Obstbaum, unter dem belgischen Klima vollkommen in…
Haselnussstrauch
Corylus avellana
Die Hasel (Corylus avellana) ist ein einheimischer Strauch unserer Landschaft, der seit jeher in Feldhecken und an…
Rotbuche
Fagus sylvatica
Die Rotbuche (Fagus sylvatica) ist der häufigste Laubbaum in unseren belgischen Wäldern, genauso zufrieden als…
Hainbuche
Carpinus betulus
Die Hainbuche (Carpinus betulus) ist ein einheimischer Baum der gemäßigten Zone Europas, so verbreitet in unseren…
Rote Johannisbeere
Ribes rubrum
Die Rote Johannisbeere (Ribes rubrum) ist ein kleiner, buschiger Obststrauch, der diese hübschen Trauben aus…
Schwarze Johannisbeere
Ribes nigrum
Die Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum) ist ein kleiner, winterharter Obststrauch, der sich in unseren Breiten…
Häufige Fragen
Wann sollte man im Frühling aufhören, Vögel zu füttern?
Die Fütterung wird schrittweise über sieben bis zehn Tage eingestellt, sobald die Temperaturen Ende März dauerhaft steigen. Eine Ausnahme gilt für einen späten Kälteeinbruch im März oder April, bei dem ein paar Mehlwürmer aushelfen können. Nach dieser Zeit brauchen die Jungvögel frische Insekten statt Körner, sodass die Körnerfütterung nutzlos wird, ja sogar kontraproduktiv sein kann.
Welchen Lochdurchmesser sollte man für einen Meisennistkasten wählen?
Rechnen Sie mit 26 bis 28 mm für die kleineren Meisenarten, Blau-, Tannen-, Sumpf- oder Haubenmeise. Für die Kohlmeise, den Haussperling oder den Kleiber braucht man ein Loch von 32 mm. Ein zu großer Durchmesser lässt Fressfeinde oder größere Arten hinein, die die rechtmäßigen Bewohner vertreiben.
Warum sollte man die Vogeltränke jede Woche reinigen?
Stehendes, mit Kot verschmutztes Wasser wird zum Herd für Trichomonose und Salmonellose, zwei Krankheiten, die regelmäßig Grünfinken und Buchfinken dahinraffen. Ein wöchentliches Spülen mit warmem Wasser, ohne Reinigungsmittel, genügt, um das Risiko zu begrenzen, dazu im Sommer ein täglicher Wasserwechsel, wenn es sich schnell erwärmt.
Welche Pflanzen locken die meisten Vögel in einen belgischen Garten?
Sträucher, die im Herbst und Winter Beeren tragen, sind am wirksamsten: Schwarzer Holunder, Stechpalme, Schneeball, Liguster, Geißblatt und Rose mit ihren Hagebutten. Obstbäume, allen voran Apfel- und Birnbaum, ergänzen das Angebot gut, wenn man am Ende der Saison ein paar heruntergefallene Früchte für Amseln und Drosseln liegen lässt.
Green Hub kümmert sich um deine Pflanzen
Fotografiere eine Pflanze: Green Hub erkennt sie und schreibt ihr Pflegeblatt, ohne Konto. Melde dich danach an, um ihre datierten Fotos und ihren Verlauf zu behalten.
Pflanze identifizieren